Architektourist

Der Podcast für Architektur, Bautechnik und Baukultur - von und mit Alexandra Busch.

#87 Bau.Pause – Wie viel Technik brauchen unsere Gebäude wirklich?

Klimaanlagen, passive Kühlung und die Zukunft unserer Gebäude

29.10.2026 17 min

Zusammenfassung & Show Notes

Die Sommer werden heißer, die Nächte kühlen kaum noch ab. Während Hersteller von Klimageräten angesichts steigender Temperaturen für mehr aktive Kühlung werben, setzen viele Architektinnen und Architekten auf passive Maßnahmen und möglichst wenig Gebäudetechnik. Doch wie finden wir heraus, welche Lösung langfristig sinnvoll ist?

Beim Forum Nachhaltige Architektur der DGNB am 21. Oktober 2026 in Mannheim stand genau diese Frage im Mittelpunkt. Die Vorträge und Diskussionen haben mich darin bestärkt, unsere technischen Gewohnheiten zu hinterfragen. Wie viel können Verschattung, Speichermasse, Nachtlüftung und eine klug geplante Gebäudehülle leisten? Wo stoßen passive Konzepte an ihre Grenzen? Was passiert, wenn komplexe Anlagen im Gebäudebetrieb mehr Probleme schaffen, als sie lösen?

In dieser Debatte sollten auch die unterschiedlichen Perspektiven gehört werden. Planende, Hersteller, Bauherrschaften und Gebäudenutzende bringen eigene Erwartungen und Erfahrungen mit. Diese miteinander abzugleichen, kann helfen, tragfähige Konzepte für die Baupraxis zu entwickeln. In dieser Bau.Pause greife ich Gedanken aus Mannheim auf, verbinde sie mit aktuellen Diskussionen über aktive Kühlung und frage, wie wir Gebäude planen können, die auch in einem wärmeren Klima zuverlässig funktionieren.

Weitere Links:
Forum Nachhaltige Architektur 2026
Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen (DGNB)
SHIFT, internationale Initiative für klimaangepasste Architektur

Coverbild: KI-generiert mit ChatGPT

Der Podcast:
Architektourist bietet eine Hörreise durch unsere gebaute Umwelt. In jeder Episode nehmen wir Euch mit in die Welt der Architektur und Baustoffe, erkunden kreative Anwendungen und tauchen ein in die Geschichten hinter den Bauprojekten – von der ersten Skizze bis zur fertigen Umsetzung.

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Transkript

Nur mal laut gedacht. Willkommen zur Baupause, dem kurzen Gedankenstopp mit Architektourist. Ein paar Minuten für Baukultur, Alltagsbeobachtungen und spontane Überlegungen irgendwo zwischen Kaffeetasse, Skizzenrolle und Türrahmen. 35 Grad draußen. Seit Tagen brennt die Sonne auf die Stadt. Die Nächte bringen kaum noch Abkühlung. In den Wohnungen wird es immer wärmer. Was tun? Eine Klimaanlage einbauen? Oder hätten wir die Gebäude von Anfang an anders planen müssen? Diese Frage beschäftigt mich seit einigen Wochen. Ich höre dazu sehr unterschiedliche Positionen. Hersteller von Klimageräten plädieren angesichts zunehmender Hitzewellen für mehr aktive Kühlung. Ihre Argumente sind nachvollziehbar, schließlich geht es um Gesundheit, Aufenthaltsqualität und den Schutz besonders gefährdeter Menschen. Auf der anderen Seite stehen Architektinnen und Architekten, die auf kluge Planung passive Maßnahmen und einen möglichst geringen Technikeinsatz setzen. Dazwischen müssen Bauherrinnen und Bauherren entscheiden, wie ihre Gebäude in 10, 20 oder 50 Jahren funktionieren sollen. Welche diese Positionen überzeugt? Und gibt es überhaupt eine Antwort, die für alle Gebäude gleichermaßen gilt? Mit diesen Überlegungen im Kopf bin ich vor einigen Tagen nach Mannheim gefahren. Dort hatte die Deutsche Gesellschaft für Nachhaltiges Bauen, die DGNB, zum Forum Nachhaltige Architektur eingeladen. Das Motto? Finding the right Balance. Wie viel Technik braucht es in Gebäuden? Kurz zuvor hatte ich einen Podcast aus der Heizungsbranche gehört. Darin argumentierte ein Vertreter eines Klimageräteherstellers für den verstärkten Einsatz von Klimaanlagen. In Mannheim saß ich nun in einem Saal voller Architektinnen, Planer und Menschen, die sich seit Jahren mit nachhaltigem Bauen beschäftigen. Hier klangen die Antworten teilweise ganz anders. Weniger Technik, mehr Suffizienz, einfachere Gebäude und größeres Vertrauen in die Möglichkeiten der Architektur. Viele waren sich einig, dass wir unsere technische Ausstattung kritischer hinterfragen müssen. Nachdenklich gemacht hat mich die Keynote des Schriftstellers John von Düffel. Er sprach über das richtige Maß, über den Unterschied zwischen Wollen und Brauchen, und darüber, welche Freiheiten entstehen können, wenn wir Dinge weglassen. Einen seiner Gedanken habe ich mir besonders dick unterstrichen. Wir behaupten ständig, für die Zukunft zu bauen. Tatsächlich bauen wir aber vor allem die Gegenwart. Das trifft einen wunden Punkt unserer Baupraxis. Wir errichten Gebäude für viele Jahrzehnte. Über ihre technische Ausstattung entscheiden wir jedoch unter den Bedingungen von heute. Wir orientieren uns an den verfügbaren Produkten, unseren Komfortvorstellungen und Anforderungen, die sich im Laufe der Jahre verändern werden. Dabei müssten wir viel stärker darüber nachdenken, wie lange eine Anlage ihren Zweck erfüllen kann. Wer sie in 30 Jahren wartet? Und was geschieht, wenn sie ausfällt? Auch die Frage, ob sich dieselbe Aufgabe mit einfacheren Mitteln lösen lässt, gehört für mich ganz an den Anfang einer Planung. Wie dringlich die Debatte über Gebäudekühlung inzwischen geworden ist, zeigen die aktuellen Klimaprognosen. Das Umweltprogramm der Vereinten Nationen hat seinen neuen Emissions Gap Report veröffentlicht. Demnach könnte die globale Erwärmung innerhalb dieses Jahrhunderts 2,8 Grad erreichen, wenn die Welt ihre bisherige Klimapolitik fortsetzt. 2,8 Grad Vom angestrebten 1,5 Grad Ziel des Pariser Klimaabkommens sind wir damit weit entfernt. Was das für unsere Städte und Gebäude bedeuten kann, zeichnet sich bereits ab. Hitzewellen belasten die Menschen zunehmend. In dicht bebauten Städten, in Dachgeschosswohnungen oder hinter großen, unverschatteten Fensterflächen können sich Räume über Tage hinweg stark aufheizen. Bleiben auch die Nächte heiß, wird es immer schwieriger, die Wärme aus den Gebäuden abzuführen. Für ältere Menschen, kleine Kinder und Menschen mit Vorerkrankungen können solche Bedingungen lebensgefährlich werden. Ich kann deshalb gut nachvollziehen, warum die Klimageräteindustrie einen wachsenden Bedarf sieht. Eine Klimaanlage kann die Raumtemperatur auch dann zuverlässig begrenzen, wenn passive Maßnahmen allein nicht mehr ausreichen. In bestimmten Situationen ist das für den Gesundheitsschutz unerlässlich. Aber je größer der Handlungsdruck ist, desto sorgfältiger sollten wir prüfen, wie wir darauf reagieren. Statten wir künftig jede Wohnung vorsorglich mit einer Klimaanlage aus? Werden Außengeräte an unseren Fassaden irgendwann so selbstverständlich wie heute Rolllädenkästen? Klimageräte benötigen Strom, müssen gereinigt, gewartet und irgendwann ersetzt werden. Außengeräte beanspruchen Platz, verursachen Geräusche und geben Wärme an die Umgebung ab. Über die Lebensdauer eines Gebäudes summieren sich dadurch erhebliche Betriebs- und Instandhaltungskosten. Hinzu kommt eine Abhängigkeit, über die wir angesichts der Klimaprognosen nachdenken müssen. Wenn ein Gebäude nur noch mit aktiver Kühlung erträgliche Innenraumtemperaturen erreicht, hängt seine Nutzbarkeit von der zuverlässigen Funktion dieser Anlagen ab. Bei einem Stromausfall während einer mehrtägigen Hitzewelle kann das zum ernsthaften Problem werden. Wie widerstandsfähig sind unsere Gebäude unter solchen Bedingungen? Unsere bisherigen Bauweisen werden mit einem wärmeren Klima zunehmend herausgefordert. Zugleich halte ich es für riskant, steigende Temperaturen überwiegend mit zusätzlicher Gebäudetechnik beantworten zu wollen. Auf dem Forum in Mannheim wurde immer wieder daran erinnert, wie viele Möglichkeiten die Architektur bietet, Gebäude vor Überhitzung zu schützen. Das beginnt bei der Ausrichtung des Gebäudes und der Gestaltung seiner Fenster. Wir wollen möglichst viel Tageslicht nutzen, ohne im Sommer unnötig Wärme ins Haus zu holen. Ein außenliegender Sonnenschutz kann einen erheblichen Teil der Sonnenstrahlung abfangen, bevor sie durch die Verglasung gelangt. Auch die Konstruktion spielt eine wichtige Rolle. Schwere Bauteile können Wärme aufnehmen und dadurch Temperaturspitzen abmildern. Voraussetzung ist allerdings, dass die gespeicherte Wärme später wieder abgeführt werden kann. Das gelingt beispielsweise über Nachtlüftung, wenn die Außenluft deutlich kühler ist als die Raumluft. Bei anhaltend hohen Nachttemperaturen stößt dieses Prinzip allerdings an Grenzen. Hinzu kommen Anforderungen an Schallschutz, Sicherheit und Luftqualität. Auch Fassaden können zum sommerlichen Wärmeschutz beitragen. Verschattung, geeignete Oberflächen, konstruktive Hinterlüftung und Begrünung beeinflussen die Wärmebelastung. Wie stark sie die Innenraumtemperaturen tatsächlich verändern, hängt vom Gebäude und den jeweiligen Bedingungen ab. Aus meiner Sicht sollten wir diese Möglichkeiten sehr viel stärker zusammendenken. DGNB-Geschäftsführerin Dr. Christine Lemaitre stellte in Mannheim dazu die Initiative SHIFT vor. Sie beschäftigt sich mit Baukulturen in Regionen, die seit Jahrhunderten mit hohen Temperaturen umgehen müssen. Verschattete Innenhöfe, durchdachte Luftströmungen oder die gezielte Anordnung von Öffnungen zeigen, wie Architektur auf das Klima reagieren kann. Solche Lösungen lassen sich nicht einfach übertragen. Dafür unterscheiden sich Klima, Nutzung und Baukultur zu stark. Aber wir können von diesen Erfahrungen lernen. Ich habe den Eindruck, dass wir uns in den vergangenen Jahrzehnten sehr auf die Leistungsfähigkeit technischer Anlagen verlassen haben. Dabei ist manches Wissen über das Bauen mit dem Klima in den Hintergrund geraten. Es lohnt sich, dieses Wissen wieder stärker in unsere Entwurfsprozesse einzubeziehen. Bei aller Begeisterung für passive Strategien bleibt die Frage, wie weit wir damit kommen. Mehrere Tropennächte hintereinander, kaum Temperaturunterschiede zwischen Tag und Nacht oder Menschen, die aus gesundheitlichen Gründen auf niedrige Raumtemperaturen angewiesen sind, unter solchen Bedingungen können passive Maßnahmen an ihre Grenzen stoßen. Dann kann aktive Kühlung erforderlich sein. Deshalb überzeugt mich auch die pauschale Gegenüberstellung von Low-Tech und High-Tech nicht. Mit einem guten baulichen Konzept lässt sich zunächst die Kühllast reduzieren. Für die verbleibende Wärmebelastung reicht anschließend unter Umständen eine kleinere technische Anlage. Dafür muss eine Klimaanlage auch nicht jeden Raum rund um die Uhr auf dieselbe Temperatur bringen. Oft lässt sich gezielt dort kühlen, wo die Wärmebelastung besonders hoch ist. Es gibt außerdem Lösungen zwischen der klassischen Klimaanlage und einer rein passiven Kühlung. Ventilatoren senken zwar die Lufttemperatur nicht, können durch Luftbewegung aber die Wärmeabgabe des menschlichen Körpers unterstützen. Unter geeigneten Bedingungen lässt sich damit die empfundene Wärmebelastung mit vergleichsweise geringem Energieaufwand reduzieren. Auch eine Kühlung über Bauteilflächen oder mithilfe des Erdreichs kann sinnvoll sein. Solche Systeme benötigen allerdings ebenfalls Technik, eine sorgfältige Planung und einen zuverlässigen Betrieb. Ich glaube deshalb, dass wir die Diskussion stärker auf die jeweilige Bauaufgabe konzentrieren sollten. Zuerst untersuchen wir, wie stark sich ein Gebäude voraussichtlich aufheizen wird. Dann prüfen wir, wie weit wir mit baulichen Maßnahmen kommen. Erst danach lässt sich sinnvoll entscheiden, welche zusätzliche Kühlung tatsächlich erforderlich ist. Auf dem Forum Nachhaltige Architektur in Mannheim ging es auch um Gebäude, deren technische Ausstattung inzwischen so komplex geworden ist, dass die Verantwortlichen im Betrieb kaum noch damit zurechtkommen. Ein Beispiel waren Schulen. Dort sollen Lüftungsanlagen, Heizsysteme, Sonnenschutz und Gebäudeautomation gemeinsam für ein gutes Raumklima sorgen. Sind diese Systeme schlecht aufeinander abgestimmt, wird es schwierig. Wartung und Bedienung werden aufwendig, Fehler lassen sich schwer lokalisieren, und selbst Hausmeisterinnen und Hausmeister können mitunter kaum noch nachvollziehen, weshalb eine Anlage auf eine bestimmte Weise reagiert. Aus einem gut gemeinten Komfortversprechen kann so eine erhebliche Belastung für den Gebäudebetrieb werden. Dabei will ich die Möglichkeiten moderner Gebäudeautomation keineswegs kleinreden. Eine gut geplante Steuerung kann den Energieverbrauch reduzieren, den Betrieb erleichtern und auf wechselnde Anforderungen reagieren. Allerdings sollte jede technische Funktion einen nachvollziehbaren Nutzen haben. Brauchen wir tatsächlich überall Sensoren, digitale Schnittstellen und webbasierte Steuerungen? Oder lassen sich manche Aufgaben einfacher lösen, mit weniger Wartung und einer Bedienung, die auch ohne Spezialwissen funktioniert? Während des Forums wurde in diesem Zusammenhang mehrfach über das Verhalten der Gebäudenutzenden gesprochen, über Menschen, die an heißen Tagen die Fenster öffnen, Über Bewohnerinnen und Bewohner, die sich an automatisch gesteuerten Lüftungsöffnungen stören. Und über die Folgen, wenn Gebäude anders genutzt werden, als es die Planung vorsieht. Natürlich beeinflusst das Nutzerverhalten den Energieverbrauch und das Raumklima erheblich. Wer bei hohen Außentemperaturen lange die Fenster geöffnet lässt, holt zusätzliche Wärme ins Gebäude und kann damit ein passives Kühlkonzept beeinträchtigen. Ich würde allerdings gerne verstehen, warum Menschen sich so verhalten. Empfinden Sie die Luft als stickig? Haben Sie das Lüftungskonzept nicht verstanden? Oder möchten Sie selbst entscheiden, wann Sie ein Fenster öffnen? Wir haben in den vergangenen Jahrzehnten immer mehr Funktionen automatisiert und den Menschen damit einen Teil der Kontrolle über ihre unmittelbare Umgebung genommen. Jetzt erwarten wir, dass sie sich an die technischen Konzepte unserer Gebäude anpassen. Ich würde die Perspektive gerne einmal umdrehen. Was können Plande aus dem tatsächlichen Verhalten der Nutzenden lernen? Beim Forum wurde ein Wohnhaus in Ingolstadt vorgestellt, das mit sehr wenig Heiztechnik auskommt. Dort fanden beim Einzug eigens Nutzersprechstunden statt, um die Bewohnenden mit dem besonderen Gebäudekonzept vertraut zu machen. Das halte ich für sehr sinnvoll. Gleichzeitig sollten solche Gespräche auch Rückmeldungen an die Planenden liefern. Was funktioniert gut? Wo gibt es Schwierigkeiten? Welche Erwartungen wurden im Alltag enttäuscht? Solche Erfahrungen helfen, Konzepte weiterzuentwickeln. Ob ein Gebäude seinen Zweck erfüllt, zeigt sich schließlich im täglichen Gebrauch. Ich habe das Forum Nachhaltige Architektur begeistert verlassen. Die Vorträge waren gehaltvoll, die Diskussion intensiv und die Begegnungen mit vielen vertrauten Menschen ausgesprochen schön. Gegen Ende des Tages fiel mir allerdings etwas auf. Viele Menschen im Saal teilten dieselben Überzeugungen. Einfacher bauen, unnötige Technik reduzieren, passive Maßnahmen stärker nutzen und die Möglichkeiten der Architektur ausschöpfen. In vielen Punkten stimme ich dem zu. Aber wie erreichen wir damit diejenigen, die andere Vorstellungen haben? Bauherren beispielsweise, die sich angesichts zunehmender Hitzewellen mit einer Klimaanlage absichern möchten. Hersteller, die technische Lösungen für diese Herausforderungen entwickeln. Oder Menschen, die in den Gebäuden leben und ganz eigene Erwartungen an ihren Komfort haben. Darüber habe ich mich nach dem offiziellen Programm noch mit dem DGNB-Präsidenten und Architekten Prof. Armandus Samsoe Sattler unterhalten. Ich habe ihm erzählt, wie gut mir das Forum gefallen hat, mir bei der Diskussion über Gebäudetechnik aber noch andere Perspektiven auf der Bühne gewünscht hätte. Zum Beispiel ein Vertreter der Klimageräteindustrie, der erklärt, weshalb er aktive Kühlung angesichts steigender Temperaturen für notwendig hält, im direkten Austausch mit Architektinnen und Fachplanern, die auf passive Konzepte und einen reduzierten Technikeinsatz setzen. Ich würde gerne hören, wo Ihre Argumente auseinandergehen und wo sie sich ergänzen. Welche Erfahrungen haben beide Seiten mit realisierten Gebäuden gemacht? Wo liegen die Grenzen passiver Maßnahmen? Unter welchen Bedingungen bietet aktive Kühlung einen Vorteil? Solche Erkenntnisse brauchen Planende für Ihre Gespräche mit Bauherrinnen und Bauherren. Es reicht kaum aus, einfach weniger Technik zu empfehlen. Sie müssen erklären können, warum ein Konzept funktioniert. Welche Risiken damit verbunden sind und wie sich die verschiedenen Lösungen langfristig auf Kosten, Komfort und Gebäudebetrieb auswirken. Deshalb werde ich mich auch weiterhin mit den Positionen der Gebäudetechnikindustrie beschäftigen. Ebenso wichtig sind mir die Erfahrungen der Menschen, die Gebäude betreiben und nutzen. Ich möchte verstehen, welche Lösungen sich unter realen Bedingungen bewähren, und wie wir aus diesen Erfahrungen für künftige Bauprojekte lernen können. Am Ende führt mich das wieder zu John von Düffels Gedanken vom richtigen Maß. Das beginnt für mich mit der Frage, was ein Gebäude tatsächlich leisten muss, was die Architektur selbst lösen kann und welche technische Unterstützung dafür sinnvoll ist. Die Antworten werden je nach Gebäude unterschiedlich ausfallen. Dafür müssen wir einander zuhören und bereit sein, auch unsere eigenen Überzeugungen zu hinterfragen. Das richtige Maß lässt sich schließlich kaum verordnen. Wir müssen es finden. Das war meine Baupause. Danke, dass Du heute zugehört hast. Bis zum nächsten Gedankenstopp mit Architektourist.

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