#82 Baukasten trifft Baukultur – Wohnungsbau bei Goldbeck
Wie verändern systemisches und serielles Bauen Kosten und Bauzeit, und welche Rolle spielen Architektur und Planungsbüros dabei?
18.08.2026 36 min
Zusammenfassung & Show Notes
Wohnungsbau mit System verspricht kürzere Bauzeiten, besser kalkulierbare Kosten und einen hohen Grad an Vorfertigung. Gleichzeitig berührt diese Bauweise zentrale Fragen der Architektur und Planung: den Umgang mit Wiederholung, den gestalterischen Spielraum und die Rolle externer Büros und regionaler Handwerksbetriebe. Für diese Folge geht es nach Hirschberg an der Bergstraße. Dort spreche ich mit Andreas Göbel, Architekt und Head of Business Development Residential bei Goldbeck.
Die Folge unterscheidet systemisches, serielles und modulares Bauen und zeigt, wie das Wohnungssystem des Unternehmens funktioniert. Es geht um Vorfertigung, Bauzeit und Kosten, um frühe Planungsentscheidungen und um die Zusammenarbeit mit freien Architekturbüros und dem regionalen Handwerk. Auch die Kritik aus der Architektenschaft spielt eine wichtige Rolle. Große Gesamtvergaben können den Wettbewerb verändern und kleinere Büros unter Druck setzen. Zugleich zeigt sich, dass ein konstruktiver Rahmen kreative Entwürfe nicht ausschließen muss. Die Folge nähert sich dem systemischen Wohnungsbau deshalb aus mehreren Richtungen. Sie betrachtet die Chancen des Verfahrens, seine Grenzen und die Frage, wie daraus schneller realisierbarer Wohnraum mit architektonischem Anspruch entstehen kann.
Experte in dieser Episode:
Andreas Göbel – Architekt und Head of Business Development Residential bei GOLDBECK
Links zur Folge:
GOLDBECK
GOLDBECK Wohngebäude
Greenpark Berlin-Neukölln
Realisierungswettbewerb Bonn-Dottendorf
Coverbild: GOLDBECK (Wohnungsbau "Am Maisfeld" in Bargteheide)
Die Folge unterscheidet systemisches, serielles und modulares Bauen und zeigt, wie das Wohnungssystem des Unternehmens funktioniert. Es geht um Vorfertigung, Bauzeit und Kosten, um frühe Planungsentscheidungen und um die Zusammenarbeit mit freien Architekturbüros und dem regionalen Handwerk. Auch die Kritik aus der Architektenschaft spielt eine wichtige Rolle. Große Gesamtvergaben können den Wettbewerb verändern und kleinere Büros unter Druck setzen. Zugleich zeigt sich, dass ein konstruktiver Rahmen kreative Entwürfe nicht ausschließen muss. Die Folge nähert sich dem systemischen Wohnungsbau deshalb aus mehreren Richtungen. Sie betrachtet die Chancen des Verfahrens, seine Grenzen und die Frage, wie daraus schneller realisierbarer Wohnraum mit architektonischem Anspruch entstehen kann.
Experte in dieser Episode:
Andreas Göbel – Architekt und Head of Business Development Residential bei GOLDBECK
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GOLDBECK
GOLDBECK Wohngebäude
Greenpark Berlin-Neukölln
Realisierungswettbewerb Bonn-Dottendorf
Coverbild: GOLDBECK (Wohnungsbau "Am Maisfeld" in Bargteheide)
Der Podcast:
Architektourist bietet eine Hörreise durch unsere gebaute Umwelt. In jeder Episode nehmen wir Euch mit in die Welt der Architektur und Baustoffe, erkunden kreative Anwendungen und tauchen ein in die Geschichten hinter den Bauprojekten – von der ersten Skizze bis zur fertigen Umsetzung.
Seid bei der nächsten Folge wieder dabei, wenn wir weitere spannende Projekte und Persönlichkeiten aus der Welt des Bauens vorstellen. Wenn Euch die Episode gefallen hat, abonniert Architektourist bei Eurem bevorzugten Podcast-Anbieter.
Ihr habt Fragen oder Vorschläge? Wir freuen uns auf Eure Nachrichten unter kontakt@architektourist.de.
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Transkript
Willkommen bei Architektourist, dem Podcast für Architektur, Bautechnik und Baukultur.
Wohnungsbau mit System verspricht kürzere Bauzeiten, planbarere Kosten und einen
hohen Grad an Vorfertigung.
Doch wie viel Wiederholung verträgt Architektur und wie viel Freiheit bleibt im System?
Darüber habe ich mit Andreas Göbel gesprochen. Er ist Architekt und Head of
Business Development Residential bei Goldbeck, einem Unternehmen,
das viele vor allem mit Hallen, Bürogebäuden und Parkhäusern verbinden,
das inzwischen aber auch im Wohnungsbau stark wächst.
Wer auf der A5 nördlich von Heidelberg unterwegs ist, kennt vermutlich diese Fassade.
Ein langes, gläsernes Bürogebäude, daraufhin riesigen Buchstaben der Name Goldbeck.
Ich bin dort schon unzählige Male vorbeigefahren. Was sich hinter dem Schriftzug
verbirgt, wusste ich aber nicht wirklich.
Goldbeck, das waren für mich vor allem Hallen und Parkhäuser.
Große Gebäude, systematisch geplant und schnell gebaut.
Vor einigen Monaten begann sich dieses Bild zu verändern. Bei Veranstaltungen,
Gesprächen und Recherchen begegnete mir Goldberg plötzlich in ganz anderen Zusammenhängen.
Beim Schulbau, bei der Sanierung, bei Aufstockungen, in der Forschung zu Betonfertigteilen
und immer wieder beim Wohnungsbau.
Als ich Andreas Göbel fragte, ob er mit mir darüber sprechen würde,
haben wir zunächst an eine Online-Aufnahme gedacht.
Dann stellte sich heraus, dass wir uns genauso gut in Hirschberg treffen konnten,
denn das ist gar nicht weit von Darmstadt, meinem Zuhause.
Und so stand ich schließlich neulich hinter jener Glasfassade,
die ich bis dahin nur aus dem Vorbeifahren kannte.
Hirschberg ist ein Standort der Goldberg Südwest GmbH.
Im dortigen Systemzentrum werden Bauteile, Konstruktionen und Ausstattungsvarianten
im Maßstab 1 zu 1 gezeigt.
Fassadenaufbauten, Fenster, Bodenbeläge und Ausschnitte aus Hallen oder Bürogebäuden
lassen sich dort ansehen und anfassen.
Das System bekommt Material, Oberfläche und Tiefe.
Doch weshalb beschäftigt mich ausgerechnet der Wohnungsbau bei Goldbeck?
Nach einer aktuellen Untersuchung fehlen in Deutschland rund 1,4 Millionen Wohnungen,
vor allem im bezahlbaren Segment.
In den Ballungsräumen ist die Wohnungsfrage längst zu einer gesellschaftlichen
und politischen Aufgabe geworden.
Systemisches Bauen verspricht Tempo und besser kalkulierbare Kosten.
Zugleich wächst aber in Teilen der Architektenschaft die Sorge,
dass große Generalunternehmer Planungsprozesse dominieren, Wettbewerbe verdrängen,
und die architektonische Vielfalt verengen könnten.
Die Debatte um transparente Wettbewerbsverfahren und baukulturelle Qualität
zeigt, Wie empfindlich diese Schnittstelle ist?
Mich interessieren beide Seiten. Was kann Goldbecks System im Wohnungsbau tatsächlich leisten?
Wo setzt es dem Entwurf Grenzen?
Welche Rolle bleibt externen Architekturbüros und dem regionalen Handwerk?
Und wie blickt Andreas Göbel auf diese Fragen, der als Architekt den Wohnungsbau
bei Goldbeck mitentwickelt und neue Projekte auf den Weg bringt?
Zum Einstieg wollte ich von Andreas wissen, welchen Weg er selbst zum systemischen
Wohnungsbau genommen hat.
Vielen Dank für die Einladung, Alex. Ganz tolle Gelegenheit,
mal ein bisschen zu erläutern, was Goldbeck und vor allen Dingen auch in der
Sparte Wohnungsbau macht. Mein Name ist Andreas Göbel.
Ich bin hier auf einer neu geschaffenen Stelle, nennt sich Head of Business
Development, mit dem Zusatz Residential, also sprich Wohnen.
Und da kann man schon erahnen, in welche Richtung es geht. Ich bin jetzt seit
gut neun Monaten bei Goldbeck, bin zentral aufgehangen. Auf der Visitenkarte
steht Bielefeld, also Goldbeck Deutschland GmbH.
Und 2000 habe ich meinen Architektenentwurf-Diplom gemacht und unsere Professoren
haben uns gesagt, sucht euch eure Nische, spezialisiert euch.
Als ich dann nämlich kurz danach noch ein Masterstudium draufgesetzt habe Richtung
Marketing, also Vermittlung von Architektur.
Ich habe beim AMM-Studium Architektur und Media Management in Bochum studiert.
Da war für mich das so klar, meine Nische, und das hat mich auch damals schon
immer interessiert, hatte meine Masterthesis auch ein bisschen vertriebslastig
formuliert und seitdem hat mich das dann nicht losgelassen.
Architektur entwerfen und Architektur vermitteln. Diese beiden Linien ziehen
sich durch Andreas Göbels beruflichen Weg.
Nach dem Studium arbeitete er zunächst in verschiedenen Bauunternehmen,
später wechselte er auf die Seite der Projektentwicklung.
Dort begegnete ihm ab 2016 ein Thema, das ihn seitdem nicht mehr losgelassen hat.
Wie lässt sich neuer Wohnraum mithilfe vorgefertigter Systeme schneller und verlässlicher bauen?
Er beschäftigte sich mit Modulen aus Holz, Stahl und Beton, begleitete erste
Projekte und lernte dabei auch die Vorbehalte kennen, die solche Bauweisen bis heute auslösen.
Später wechselte er zu einem international tätigen Modulbauunternehmen,
Schulbauunternehmen, das gerade dabei war, sich in Deutschland zu etablieren.
Fünf Jahre lang entwickelte und vermittelte er dort vor allem Wohnungsbauprojekte.
Andreas kennt systemisches Bauen deshalb aus mehreren Rollen.
Als Architekt denkt er über Entwurf und Gestaltung nach, als Projektentwickler
über Grundstücke, Kosten und Abläufe, als Kommunikator darüber,
wie sich eine Bauweise erklären lässt, die schnell nach Raster und Wiederholung
klingt, in der Praxis aber deutlich vielschichtiger sein kann.
Mit seinem Wechsel Ende 2025 zu Goldbeck ändert er sich vor allem der Maßstab.
Das Familienunternehmen beschäftigt rund 14.000 Menschen an mehr als 100 Standorten in Europa.
In eigenen Werken entstehen zentrale Bauteile für Hallen, Büros,
Parkhäuser, Schulen, Kitas, Sporthallen und inzwischen zunehmend auch für Wohngebäude.
Der Wohnungsbau gehört erst seit etwa acht Jahren zum Portfolio, wächst jedoch schnell.
Im Geschäftsjahr 2024-2025 lag der Auftragseingang in diesem Bereich laut Goldbeck
bei mehr als 691 Millionen Euro.
Für Andreas war der Wechsel die Gelegenheit, seine Erfahrungen aus dem Modulbau
in eine größere Unternehmensstruktur einzubringen und den Wohnungsbau stärker
überregional voranzutreiben.
Unser Gespräch fand am Goldbeck-Stadtort Rhein-Neckar in Hirschberg an der Bergstraße statt.
Organisatorisch gehört er zu Goldbeck südwest produziert wird dort zwar nichts
dafür lässt sich im Atrium genau betrachten was später auf den Baustellen zusammenkommt,
zwischen Büroflächen und einem Parkhaus stehen Bauteile Materialmuster und ganze
ausschnitte aus Gebäuden,
dieser begehbare Baukasten heißt bei Goldbeck Systemzentrum.
Ich wollte von Andreas wissen, wie solche Orte genutzt werden und weshalb sie
sich ausdrücklich auch an Architektinnen, Architekten und Planungsbüros richten.
Wir haben halt dieses Systemzentrum, so heißt das bei uns dann immer.
Die größeren Standorte haben das. Das sind ein paar in Deutschland,
aber da gibt es einige, wo das dann sozusagen zusammengezogen werden.
Die Kunden haben es dann trotzdem nicht allzu weit, um solche Feinabstehungstermine
zu machen. und das System verstehen zu können, weil wir natürlich auch als sozusagen
Zielgruppe die Architekten und Planer haben.
Da ist es immer einfach besser, wenn man das so wirklich eins zu eins verstehen
kann, anfassen kann, die Konstruktion dahinter, die Zusammenhänge versteht.
Also hier gibt es wirklich eins zu eins Modelle, wie Fassaden zu gestalten sind,
wie Büroflächen auszustatten sind von der Fußbodenheizung über Fenster.
Oder sogar hier einen ganzen Hallenbau symbolisch dargestellt in der Größe.
Diese Systemzentren gibt es mehrere.
Und zwei will ich herausheben, Bielefeld und Leipzig, die nämlich auch Wohnexponate
haben. Das ist natürlich eher mein Thema.
Wo man dann wirklich auch genau verstehen kann, wie das Goldberg-Wohnungsbausystem funktioniert.
Da kann man dann einfach sehen, wie die Deckenkonstruktion funktioniert,
wie die Register, die für die Entsorgung und Versorgung in den Wohngebäuden dann eingebaut sind,
sozusagen symbolisch diese prädestinierte Wand zwischen Bad und Küche natürlich
für die Installation nutzt. Was ist da noch?
Zwei Balkone übereinander.
Mit Stützen und mit Abhängungen, verschiedenste Geländertypen von Transparenten ist da eine Wand.
Auch im Wohnungsbau können wir natürlich verschiedenste Fassadensysteme machen.
Vom einfachen Wärmedämmverbundsystem, sprich eine Putzfassade,
übrigens immer mineralische Dämmung dahinter, kein IPS.
Aber auch Holzverkleidung, Naturstein, Glas, was das Architektenherz so glücklich
macht, zeigen wir dann da.
Und dann halt dabei noch die Hohlkammerdecken.
Also wir probieren auch Beton bei dem Deckensystem zu sparen und haben deswegen Hohlkörper da drin.
Aber halt auch ein Bad und das ist dann halt aber sozusagen das Modul im System.
Wir unterscheiden ja so ein bisschen Modulbau, serielles bauen,
3D und 2D-Modul, ja ganze Räume oder Raumteile werden in der Fabrik produziert und vorgefertigt.
Das ist bei uns dann das Badezimmer aus eigener Fertigung und dann sozusagen
die elementiert bauergänzenden Sachen, wie gerade schon erwähnt,
Decke und Wände, auch aus eigenen Werken,
mit dieser schönen großen Wertschöpfungskette, die uns auch einen guten Preis anbieten lassen kann.
Und damit bezahlbarer Wohnraum möglich wird.
Goldberg hat sein Bausystem zunächst für Gebäudetypen entwickelt,
die von klaren Strukturen und wiederkehrenden Abläufen profitieren.
Im Wohnungsbau steigen die Anforderungen. Grundrisse, Haustechnik,
Fassaden und unterschiedliche Wohnformen müssen viel enger zusammenspielen.
Ich wollte von Andreas deshalb wissen, was vom bewährten System bleibt,
wenn daraus Wohnungen werden.
Der systemische Gedanke ist dann natürlich gewachsen und äußerst sinnig.
Und dass das Wohnen funktioniert, ist natürlich komplexer, funktioniert aber
vom Grundprinzip ähnlich.
Dass wir auch auf Vorfertigung setzen, Wände, die vorgefertigt werden in eigenen
Werken. Die haben zum Beispiel dann schon die Fenster passgenau an einem richtigen Ort und maßgenau drin.
Die haben dann vielleicht auch schon Sonnenschutz dabei.
Die Decken sind natürlich auch genau auf dieses Projekt produziert und werden
dann passgenau geliefert.
Die Nasszelle, das Modul sozusagen, wird auch selber produziert und passgenau
zur richtigen Zeitpunkt geliefert.
Wenn nämlich dann alle Wände stehen, um das Geschoss zu komplementieren,
bevor die Decken draufkommt, kommen dann diese verschiedenen vorgefertigten
Elemente auf der Baustelle zusammen, um das Bauen effektiver, in Summe.
Schneller zu machen, im Idealfall sogar vielleicht halbe Bauzeit.
Wobei dann natürlich auch Kollegen, also handwerkliche Kollegen,
dann immer involviert sind. Manche handeln da anders.
Bei uns werden dann zum Beispiel Wand- und Bodenbelege oder auch die Deckenaufbauten
dann komplementiert mit lokalen Handwerkern.
Damit fördern wir auch die handwerklichen Betriebe in der Region,
wo die Wohnbauprojekte entstehen.
Das macht manchmal auch die Türen auf zu den kommunalen Entscheidern,
dass sie nicht das Gefühl haben, da kommt der große Goldberg und der baut uns
hier ein Quartier und alles mit Vorfertigung und,
unsere lokale Wirtschaft hat nicht viel davon.
Systemisch, seriell, modular – diese Begriffe werden oft nebeneinander verwendet,
meinen aber unterschiedliche Dinge.
Beim modularen Bauen entstehen dreidimensionale Raumzellen weitgehend fertig im Werk.
Beim systemischen Bauen werden dagegen vor allem flächige Bauteile vorgefertigt
– Wände, Decken, Stützen oder Träger.
Erst auf der Baustelle fügen sie sich zum Gebäude zusammen.
Dadurch bleibt die Geometrie beweglicher als bei vollständig vorproduzierten Raumzellen.
Aus Sicht von Andreas Göbel lassen sich Wohnungsbauprojekte so flexibler auf
unterschiedliche Grundstücke, Gebäudeformen und städtebauliche Anforderungen übertragen.
Seriell beschreibt wiederum weniger die Konstruktion als die Logik dahinter.
Wiederkehrende Abläufe, Bauteile und Details sollen Planung und Produktion berechenbarer machen.
Der wirtschaftliche Vorteil entsteht durch Wiederholung, ähnlich wie bei einer
gut eingespielten Fertigungslinie.
Beim Goldblick-System liegt ein großer Teil der Standardisierung,
wo man ihn später kaum sieht.
Im Tragwerk, in den Decken, in Schächten und Anschlüssen.
Sichtbare Elemente wie Fassaden, Fensteranordnungen oder Innenausstattung lassen
sich innerhalb des Systems projektbezogen konfigurieren.
Damit entsteht eine interessante Spannung.
Im Hintergrund läuft ein möglichst präziser und wiederholbarer Bauprozess.
Nach außen soll dennoch ein Gebäude entstehen, das auf Grundstück,
Nutzung und Entwurf reagiert.
Wie weit diese Freiheit reicht, entscheidet sich allerdings sehr früh.
Denn ein System kann vieles aufnehmen, doch manche Gebäudeformen lassen sich
darin deutlich effizienter umsetzen als andere.
Ich wollte von Andreas deshalb wissen, für welche Wohnungsbauprojekte sich der
Ansatz besonders eignet und wann seine wirtschaftlichen Vorteile kleiner werden.
Vielleicht so eine Grundregel, die ich auch gerne kommuniziere,
weil ich natürlich gerne möchte, dass man an Goldbeck denkt,
wenn es noch nicht zu spät ist, in Anführungszeichen.
Also uns möglichst früh anfragen und involvieren, vielleicht mit einer genehmigten Bauvoranfrage.
Manchmal werden wir sogar schon gefragt, wenn erst der B-Plan aufgestellt werden
soll oder jetzt mit dem Bauturbo geht das hoffentlich auch ein bisschen schneller.
Also sprich ruhig uns mit einer frühen Phase ansprechen, damit es Vorteile hat.
Man den Baukörper so von der Kubatur her gestaltet, dass er gut passt, aber.
Manchmal ist dem nicht so und
manche Bauvorhaben sind vielleicht von den Grundlagen nicht ideal dafür.
Wir können zwar auch Sattellächer zum Beispiel bauen, aber das macht das Bauen
nicht preiswerter und effektiver.
Wir können Staffelgeschosse, aber wenn dann jedes Geschoss einer Kubatur immer
um 1,50 Meter gestaffelt sein soll, dann ist das zwar irgendwie machbar,
aber nicht effektiv machbar.
Aber was schön kubisch und quadratisch praktisch gut ist, das ist natürlich
leichter zu erstellen und da brillieren wir mit einem sehr guten Baupreis.
Wir haben mal mit einem ganz spitzen
Bleistift gerechnet, wie man wirklich bezahlbaren Wohnraum hinkriegt.
Und das ist ja auch so ein bisschen meine Mission, dass wenn man wirklich optimiert,
also typischerweise ist das, wir haben Space Building genannt,
Ist ein Sechsgeschosser, hat
vielleicht die einfache Art der Balkone nämlich auch vorgeständert,
eher größere Wohnungen drin, natürlich kein Keller und keine Tiefgarage drunter.
Wir wissen ja, das macht das Bauen teuer.
Aber ansonsten schlüsselfertiges Gebäude, ja, jetzt auch nicht KfW 40 und Co.
In dem Fall, in diesem einfachen Fall. Wir können natürlich auch QNG und andere
energetische Voraussetzungen einhalten.
Aber wir haben es einfach mal so durchgerechnet, was so, damit wir auch wirklich,
diese Preisfrage, die ja immer wieder kommt und wir wissen ja auch,
wie viele Wohnbauprojekte in der Schublade liegen.
Und da auch weiter liegen, weil man es nicht geschafft hat, die zu finanzieren,
die umzusetzen, weil der Erwerber, der Bauherr sich dementsprechend dann nicht traut.
Wir haben es dann wirklich mit ganz spitzen Bleistift gerechnet und kamen auf
2000 Euro pro Quadratmeter Wohnfläche, also nicht BGF, sondern wirklich Wohnfläche
und da sind sogar die Mehrwertsteuer mit dabei.
Das ist natürlich echt noch ein bisschen Utopie, weil da müssen so viele äußere
Erscheinungen oder Voraussetzungen zusammenpassen.
Aber wenn jemand genau das, was wir da konstruiert haben, braucht und haben
möchte und das aufs Grundstück passt und die Feuerwehrzufahrt funktioniert und die Stellplätze außen,
untergebracht werden können, dann können wir,
auch für 2000 Euro eine Quadratmeter Wohnfläche bauen.
Meine Erfahrung jetzt, viele Projekte habe ich mir ja schon angeschaut,
ist so, dass da eigentlich immer eine 2 vorsteht.
Also irgendwie in diesem Spektrum 2.000 bis 3.000 Euro, je nach Wünsche des
Bauherren, Ausstattung und ähnliches, können wir aber Wohnungsbau pro Quadratmeter
Wohnfläche inklusive Mehrwertsteuer, immer wichtig.
Wir schmeißen ja immer mit so Zahlen umher, aber da ist sozusagen All-in bis
auf Grundstück und Erschließungskosten und Außenanlagen, können wir bezahlbaren Wohnraum schaffen.
Die 2000 Euro pro Quadratmeter, von denen Andreas spricht, markieren einen stark
optimierten Modellfall.
Ein kompakter Baukörper, kein Keller, keine Tiefgarage und möglichst wenige Sonderlösungen.
Grundstück, Erschließung, Kubatur und Ausstattung müssen dafür sehr genau zusammenspielen.
Wie systemischer Wohnungsbau unter realen Bedingungen und in großem Maßstab
aussehen kann, zeigt das Projekt Green Park in Berlin-Neukölln.
Auf dem Gelände eines früheren Freizeitbads entstand ein Quartier mit 860 Wohnungen in 15 Gebäuden.
Beim Richtfest waren erst 10 Monate seit dem ersten Spatenstich vergangen.
Hier wächst kein einzelnes Haus, sondern ein ganzes Stück Stadt.
Und damit wird sichtbar, weshalb systemisches Bauen so attraktiv ist.
Viele Bauteile und Arbeitsschritte wiederholen sich.
Abläufe lassen sich eng takten, große Mengen Wohnraum entstehen in vergleichsweise kurzer Zeit.
Doch an dieser Größe entzündet sich auch die Kritik.
In Teilen der Architektenschaft wächst die Sorge, dass aus Wiederholung gestalterische
Gleichförmigkeit wird.
Noch grundsätzlicher ist die Frage nach der Rolle der Planenden.
Wenn Planung und Bau als Gesamtpaket an einen Generalunternehmer oder Generalübernehmer
gehen, verschiebt sich das vertraute Gefüge zwischen Bauherrschaft,
unabhängigem Architekturbüro und ausführenden Unternehmen.
Hinzu kommt die Vergabe. Kleine und mittelgroße Büros oder regionale Handwerksbetriebe
können bei großen Gesamtpaketen oft kaum mithalten.
Die erforderlichen Kapazitäten, Umsätze und Haftungssummen liegen weit außerhalb ihrer Reichweite.
So entsteht die Befürchtung, dass wenige große Unternehmen immer mehr vom Markt
bündeln und regionale Planungskultur an Boden verliert.
Diese Fragen richten sich also nicht allein gegen vorgefertigte Bauteile.
Es geht um Einfluss, Verantwortung und darum, wer am Ende noch mitgestalten kann.
Gleichzeitig liegen vielerorts fertig geplante oder bereits abgestimmte Wohnungsbauprojekte
auf Eis, weil Kosten und Finanzierung nicht mehr zusammenpassen.
An der Stelle setzt das Gegenargument an. Wenn ein Projekt konventionell nicht
mehr realisierbar ist, kann ein systemischer Ansatz vielleicht neue Bewegung hineinbringen.
Ich habe Andreas deshalb gefragt, wie er die Vorbehalte aus der Architektenschaft
wahrnimmt und ob eine Zusammenarbeit mit Goldbeck für Planungsbüros eine Chance
sein kann, solche Projekte doch noch zu bauen.
Ja, also ich kann an meine eigene Nase mich fassen und sagen,
ja, irgendwann habe ich diesen Druck gemerkt, jetzt meine Asset-Klasse,
mein Baby, Wohnungsbau.
Wenn wir das wirklich ernsthaft machen wollen und schaffen wollen,
Wohnraum schaffen wollen, dann wird es zu irgendeiner Art von vorgefertigten
systemischen Bauen wahrscheinlich sinnvoller sein.
Und da würde ich auch jeden Architekten aufrufen, zu überlegen,
welche Projekte, welche Bauherren habt ihr,
wo ihr vielleicht schon ganz viel Arbeit reingesteckt habt in die ersten Entwürfe,
die vielleicht mit der Stadt auch schon abgestimmt habt, wo aber dann vielleicht
auch aufgrund von Baukosten nichts rausgeworden ist, dass man,
vielleicht dann das nochmal initiiert,
und vielleicht sogar proaktiv auf Goldberg zugeht.
Das ist so und so auch ein bisschen meine Erfahrung oder mein...
Meine Beobachtung im Markt, dass große Architekturbüros.
Sogar proaktiv die Nähe suchen, vielleicht jetzt nicht konkret mit dem Projekt
A, B oder C, sondern eher dann mit dem Bauherrn sozusagen eine vermittelnde
Funktion haben, weil sie
schon irgendwie verstehen, guck mal hier, bevor dieses Projekt kippt und nicht realisiert wird, dann
mache ich das doch lieber zusammen mit Goldbeck, beschäftige mich mit dem Bausystem.
Wir haben ja auch Planerleitfäden, wo wir dann unser Wissen sozusagen nach extern
geben, damit die Architektenkollegen auch möglichst früh vielleicht das verstehen,
wie das System funktioniert und die ersten Entwürfe, Vorentwürfe vielleicht
sogar schon in die Richtung machen können oder halt auch nicht.
Oder sogar, das fand ich auch sehr interessant, es gab mal einen Bauherr,
der gesagt hat, hier ein ganzes Quartier, das war glaube ich in Bonn,
würden wir gerne planen und das gerne auch mit Goldberg realisieren.
Die Stadt hatte aber die Auflage, dass ein Architektenwettbewerb stattfindet
und dann war sozusagen das Goldberg-Bausystem die Grundlage für einen Architektenwettbewerb und.
Ich zeige natürlich die Ergebnisse sehr gerne, um zu zeigen,
dass damit architektonische Grundlagen, gute Entwürfe bei rauskommen.
So kann es halt auch gehen, dass man eher diesen fast spielerischen Gedanken
eines Baukastensystems nutzt, wie ja vielleicht dann sogar auch zur Bauhauszeit geherrscht hat,
zu sagen, guck mal hier, das ist der kreative Baukasten und damit lässt sich aber was machen.
Und bei Kreativität sind natürlich die Architekten ganz vorne.
Sie denken da viel freier als vielleicht mancher Kollege auch in-house.
Und von daher sollte diese Synergie genutzt werden.
Und ich lade alle Architekten ein, da in die Kommunikation entweder mit den
lokalen Kollegen zu gehen, damit sie ihre Projekte retten, aber auch mich anzusprechen,
wenn es um größere Gedanken geht
und Zusammenarbeit. Das würde mich sehr freuen.
Die Zusammenarbeit mit externen Architekturbüros kann bei Goldberg auf unterschiedliche Weise beginnen.
Manchmal bringt die Bauherrschaft bereits ein Büro mit. In anderen Fällen schlägt
das Unternehmen selbst Planerinnen und Planer vor, mit denen man bei früheren
Projekten gute Erfahrungen gemacht hat.
Dabei spielen auch kleinere, regional verankerte Büros eine Rolle.
Vor allem in den frühen Planungsphasen kann Ihre Ortskenntnis wertvoll sein.
Sie kennen die kommunalen Verfahren, haben Kontakte zu den Genehmigungsbehörden
und ein Gespür dafür, welche städtebaulichen Fragen an einem bestimmten Standort wichtig werden.
Diese Nähe lässt sich aus einer weit entfernten Unternehmenszentrale nur schwer ersetzen.
Nach Angaben von Goldbeck kann die Aufgabenteilung so aussehen,
dass das externe Büro die frühen Leistungsphasen bis zur Genehmigungsplanung übernimmt.
Die Ausführungsplanung wird anschließend auf das eigene Bausystem übertragen.
Für den Entwurf entsteht damit eine entscheidende Schnittstelle.
Welche gestalterischen Qualitäten bleiben erhalten und wo beginnt die technische
und wirtschaftliche Anpassung?
Goldbeck beschreibt diesen Weg als gemeinsame Umsetzbarkeitsprüfung.
Das externe Büro und die Systemplanenden untersuchen zusammen,
wie sich Tragwerk, Haustechnik, Kosten und Entwurf miteinander verbinden lassen.
Die Zusammenarbeit mit freien Architekturbüros endet also keineswegs zwangsläufig
an den Toren eines großen Generalunternehmens.
Rollen, Zuständigkeiten und Einflussmöglichkeiten verschieben sich jedoch.
Entscheidend ist, wie früh alle Beteiligten zusammenkommen und wie klar die
gestalterische Verantwortung vereinbart wird.
Und wie sieht es mit dem regionalen Handwerk aus? Ich wollte von Andreas wissen,
ob auch diese Betriebe trotz des hohen Vorfertigungsgrads einen festen Platz
im Goldberg-System behalten.
Das ist eigentlich ein Must-Have. Da sind wir wirklich mit fast 40 bis 50 Prozent
Bauleistung beim lokalen Handwerk.
Wenn man sich vorstellt, ja, der super veredelte Rohbau mit Fenster drin und Sonnenschutz und,
Strippen schon für die Elektroverkabelung und Rohre, Das ist schon alles drin
und dadurch kriegt man es natürlich auch schnell witterungsgeschützt.
So ein Gebäude, Pi mal Daumen ungefähr, ein Geschoss pro Woche,
geben wir als Forstformel für den Wohnungsbau raus, also einen Erschließungskern
und dann ein Geschoss pro Woche produzieren wir da.
Das Finalisieren und der lokale Dachdecker und die Attika da und da,
diese ganzen Detailpunkte, werden eigentlich immer von lokalen
Handwerksbetrieben gemacht, mit denen wir dann natürlich auch eine dauerhafte
Zusammenarbeit suchen und der lokale Projektleiter dann,
auch die anfragt und sagt, habt ihr Zeit, was kostet, typische Ausschreibungssituation.
Ein Bausystem muss kreative Entwürfe nicht verhindern. Schon in der Architektur
der Moderne wurden Rastertypen und standardisierte Bauteile als Werkzeuge verstanden,
mit denen sich neue Lösungen entwickeln lassen.
Wie das heute aussehen kann, zeigt ein Realisierungswettbewerb für ein Wohnprojekt in Bonn-Dottendorf.
Andreas hatte ihn vorhin kurz erwähnt.
Auf dem Areal einer ehemaligen Großbäckerei sollten die teilnehmenden Büros
mit den konstruktiven Prinzipien und Bauteilen des Goldbergsystems arbeiten.
Der Rahmen war also gesetzt. Innerhalb dieses Rahmens sollte der Wettbewerb
die städtebauliche und architektonische Qualität sichern.
Damit das System wirtschaftlich funktioniert, sollte es allerdings früh in die
Planung einbezogen werden.
Bedeutet das zugleich, dass sich Bauherrschaften und Planungsteams sehr früh festlegen müssen?
Das habe ich Andreas gefragt.
Also das ist ja total unverbindlich. Die ersten vielleicht sogar Skizzen, aber meistens,
wenn wir nur Fortcheck machen und sagen, oh ja, die Kubaturen,
die da vielleicht sich irgendjemand schon mal Gedanken gemacht hat und sei es,
dass er schon fünf Jahre da in der Schublade liegt, die passen.
Dann machen wir mal eine Kostenschätzung über Kubatur, sagen,
ja, da muss noch ein bisschen Arbeit reinfließen, aber Pi mal Daumen,
aufgrund von unseren Erfahrungswerten können wir das für Summe 2XXX anbieten.
So, und dann kann der Bauer ja entscheiden oder sein Architekt,
sollen wir das mal weiter verfolgen?
Und dann kann vielleicht auch nur ein Planervertrag erstmal bei raufkommen.
Aber man hat eine schnelle Orientierung und dann kann man Daumen hoch oder Daumen
runter für dieses Projekt machen.
Manche, die auch das ganz offen kommunizieren, und das mag ich dann lieber natürlich,
das offen zu sagen, kommen in der Akquisephase zu einem Grundstück auf uns zu und sagen,
guck mal, da gibt es zwar irgendwie mal so erste Gedanken, wäre das was für euch?
Und wenn da ein Daumen hochkommt, dann wird gesagt, ja, was würde das denn kosten,
mit unserer Grundausstattung oder was auch immer.
Dann machen wir eine Kostenschätzung, die machen wir kostenlos.
Und dann kann der Kunde überlegen, wie viel er für das Grundstück bieten würde.
So kommen Projekte zustande, also Wohnbauprojekte.
Damit sind viele Ebenen zusammengekommen. Bauzeit und Kosten,
Vorfertigung und Gestaltung,
die Rolle externer Architekturbüros, das regionale Handwerk und die Frage,
wie viel architektonische Vielfalt ein System tragen kann.
Am Ende bleibt für mich eine grundsätzliche Frage. Wie viel System braucht der
Wohnungsbau überhaupt?
Wo hilft Wiederholung, damit Projekte wirtschaftlicher und schneller realisiert werden können?
Und an welchem Punkt braucht es individuelle Lösungen, weil Grundstück,
Stadt und Bewohnerinnen und Bewohner etwas Eigenes verlangen?
Das habe ich Andreas zum Schluss gefragt.
Ich hoffe, Alex, du nimmst mir das nicht krumm. Ich würde mal eine Gegenfrage stellen.
Ich brauche eine vierköpfige Familie in München, in Hamburg oder in Berlin.
Hat die so unterschiedliche Anforderungen an ihren Wohnraum?
Ja, überschaubar, ja. Was über allem schwebt, ist, sich Wohnraum überhaupt leisten zu können.
Und wenn du mich als Andreas Göbel anfragst, das ist meine Hauptmotivation.
Ich will Wohnraum schaffen und deswegen kommuniziere ich auch einfach mal diesen
Preis, auch wenn vielleicht ein lokaler Kollege sagt, komm hier,
das schränkt uns manchmal so ein und wenn man dem Bauherr einmal irgendwie so
einen Preis sagt, dann, ne?
Aber das ist meine Motivation. Ich will schaffen, dass Wohnraum,
neuer Wohnraum entsteht, weil,
ja, Kaufhäuser in Wohnungen umbauen, Büros in Wohnungen umbauen,
ja, ist alles sinnvoll und sollten wir auch noch parallel tun,
aber im großen Stil und dann vielleicht auch noch bezahlbar und trotzdem nachhaltig,
weil energetisch und dauerhaft, weil lange Nutzung macht das Ganze ja auch nachhaltiger.
Das geht nur, indem wir was neu erschaffen.
Vielleicht auch mit wenig zusätzlich
versiegelten Boden, irgendwie auf Brownfields oder was auch immer.
Aber wir müssen neu bauen, damit dieser fast schon politische Druck rausgenommen
wird aus dem Kessel, das möglichst schnell.
Und das ist ja eigentlich auch das Schöne, dass nämlich auch Investoren,
wenn sie wissen, dass der Markt da ist, wenn die Rahmenbedingungen stimmen,
investieren sie da auch rein. Das machen ja nicht wir selber.
Da gibt es andere Bauunternehmen, die machen Projekte auf eigene Kappe.
Wir sind wirklich GU, GU, TU oder wie auch immer du es nennst.
Wir nehmen dem Kunden möglichst alle Arbeiten und Sorgen ab.
Bloß was wir nicht einfließen lassen erstmal vordergründig ist unser eigenes Geld.
Wir wollen bauen und das ist Goldberg.
Ich bin aus diesem Gespräch mit einem deutlich breiteren Bild von Goldberg herausgegangen,
als ich hineingegangen bin.
Vor allem, weil ich gesehen habe, wie viel differenzierter systemisches Bauen
funktionieren kann, als es von außen manchmal wirkt.
Trotzdem bleiben für mich Fragen offen. Und je nachdem, aus welchem Teil der
Bauwirtschaft man auf das Thema schaut, fallen diese Fragen unterschiedlich aus.
Architektinnen und Architekten wollen wissen, wie viel gestalterischer Einfluss ihnen bleibt.
Bauherrschaften und Projektentwickler brauchen belastbare Kosten und Termine.
Bauunternehmen und Handwerksbetriebe schauen darauf, wie sich die Zusammenarbeit verändert.
Und in den Verwaltungen stellt sich die Frage, wie schnell Wohnraum entstehen
kann, ohne dass Qualität und Wettbewerb auf der Strecke bleiben.
Mein Eindruck nach dem Besuch in Hirschberg ist deshalb, systemisches Bauen
verdient mehr Neugier und ebenso viel Aufmerksamkeit.
Es kann Projekten neuen Schwung geben, die bislang an Kosten,
Zeit oder Komplexität scheitern.
Gleichzeitig sollte man sehr genau hinschauen, wer im Prozess welchen Einfluss
hat und wie viel Raum für den Ort, den Entwurf und die Menschen bleibt, die später dort wohnen.
Für mich ist diese Folge deshalb kein Schlusspunkt. Ich möchte weiter beobachten,
wie Goldbeck und andere Unternehmen, Projektentwickler, Hersteller und Architekturbüros
mit der Wohnungsfrage umgehen.
Wie schaffen wir es, wieder mehr Projekte tatsächlich auf die Baustelle zu bringen?
Welche Verfahren helfen wirklich?
Und wo entstehen neue Abhängigkeiten oder Zielkonflikte?
Systemisches und serielles Bauen können einen wichtigen Beitrag leisten.
Wie groß dieser Beitrag tatsächlich ist, zeigt sich erst in der Praxis.
Ich werde deshalb weiter hinschauen und noch mehr Perspektiven einfangen.
Aus Architektur, Planung, Bauwirtschaft, Wohnungsunternehmen und Verwaltung.
Und natürlich von den Menschen, die am Ende in diesen Gebäuden leben.
Das Gespräch mit Andreas Göbel war für mich ein wichtiger Baustein in dieser Auseinandersetzung.
Der nächste folgt ganz sicher.
Das war eine weitere Folge von Architektourist, dem Podcast für Architektur,
Bautechnik und Baukultur.
Mehr über meinen Gesprächspartner Andreas Göbel, über den Wohnungsbau bei Goldbeck,
systemisches und serielles Bauen und die weiteren Themen dieser Episode findest
Du wie immer in den Shownotes.
Wenn Dir die Folge gefallen hat, dann erzähl ich Ihnen anderen davon.
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Ich bin Alexandra Busch und danke Dir, dass Du zugehört hast.
Bis zur nächsten Folge von Architektourist.
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