#80 Im Inneren der Forschung – das Translational Science Center bei Merck
Wie Labor, Wissensarbeit und neue Arbeitswelten räumlich zusammenfinden
21.07.2026 35 min
Zusammenfassung & Show Notes
In dieser Folge sind wir noch einmal auf dem Merck-Campus in Darmstadt. Nach dem großen Blick auf den Standort führt der zweite Teil der Mini-Serie hinein in ein Forschungsgebäude: das Translational Science Center.
Mit Dr. Bernd Maier, technischem Projektleiter des Neubaus, geht es vom Baustellencontainer über die Pläne hinein ins Gebäude.
Das TSC entsteht für den Unternehmensbereich Healthcare und soll rund 500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammenbringen. Es bündelt Forschungseinheiten, die bislang über den Standort verteilt waren, und schafft eine neue räumliche Struktur für translationale Forschung. Im Mittelpunkt stehen Labore, Wissensarbeitsplätze, Activity-Based-Working, hybride Besprechungsräume, Think Tanks, Atrium, Akustik und Begegnung. Auch die Fassade spielt eine wichtige Rolle: Sie verbindet Sonnenschutz, Tageslichtlenkung und bauintegrierte Photovoltaik. Dazu kommen Geothermie, DGNB-Zertifizierung und ein Energiekonzept, das für den Merck-Campus einen wichtigen Schritt in Richtung Dekarbonisierung markiert.
Experte in dieser Episode:
Dr. Bernd Maier – Principal Project Lead, Engineering Services Site Management bei Merck
Links zur Folge:
Merck KGaA
Translational Science Center
Merck-Campus Darmstadt
hammeskrause architekten
Coverbild: Merck
Mit Dr. Bernd Maier, technischem Projektleiter des Neubaus, geht es vom Baustellencontainer über die Pläne hinein ins Gebäude.
Das TSC entsteht für den Unternehmensbereich Healthcare und soll rund 500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammenbringen. Es bündelt Forschungseinheiten, die bislang über den Standort verteilt waren, und schafft eine neue räumliche Struktur für translationale Forschung. Im Mittelpunkt stehen Labore, Wissensarbeitsplätze, Activity-Based-Working, hybride Besprechungsräume, Think Tanks, Atrium, Akustik und Begegnung. Auch die Fassade spielt eine wichtige Rolle: Sie verbindet Sonnenschutz, Tageslichtlenkung und bauintegrierte Photovoltaik. Dazu kommen Geothermie, DGNB-Zertifizierung und ein Energiekonzept, das für den Merck-Campus einen wichtigen Schritt in Richtung Dekarbonisierung markiert.
Experte in dieser Episode:
Dr. Bernd Maier – Principal Project Lead, Engineering Services Site Management bei Merck
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Translational Science Center
Merck-Campus Darmstadt
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Der Podcast:
Architektourist bietet eine Hörreise durch unsere gebaute Umwelt. In jeder Episode nehmen wir Euch mit in die Welt der Architektur und Baustoffe, erkunden kreative Anwendungen und tauchen ein in die Geschichten hinter den Bauprojekten – von der ersten Skizze bis zur fertigen Umsetzung.
Seid bei der nächsten Folge wieder dabei, wenn wir weitere spannende Projekte und Persönlichkeiten aus der Welt des Bauens vorstellen. Wenn Euch die Episode gefallen hat, abonniert Architektourist bei Eurem bevorzugten Podcast-Anbieter.
Ihr habt Fragen oder Vorschläge? Wir freuen uns auf Eure Nachrichten unter kontakt@architektourist.de.
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Transkript
Willkommen bei Architektourist, dem Podcast für Architektur, Bautechnik und Baukultur.
Heute geht es noch einmal nach Darmstadt auf den Merck Campus.
In der ersten Folge dieser Miniserie haben wir den großen Maßstab betrachtet,
den gewachsenen Industrie- und Forschungsstandort,
den Masterplan, die Öffnung zur Stadt und die Frage, wie ein Unternehmen seine
bauliche Zukunft über Jahrzehnte hinweg ordnet.
In dieser zweiten Folge wechseln wir die Perspektive. Wir bleiben auf dem Campus,
aber wir gehen hinein in ein Gebäude, und zwar in das Translational Science Center,
ein Forschungsgebäude für den Unternehmensbereich Healthcare,
geplant für rund 500 Mitarbeitende.
Wir schauen heute, wie lassen sich Forschungseinheiten zusammenführen,
die bisher über den Standort verteilt waren, Welche Räume braucht wissenschaftliche
Arbeit, wenn Erkenntnisse aus Labor- und Computermodell weiterentwickelt und
übersetzt werden sollen?
Und wie plant man ein Gebäude, das Begegnung ermöglicht, Konzentration schützt,
und zugleich auf Energie, Nachhaltigkeit und Wandel reagiert?
Für diese Folge habe ich mit Dr. Bernd Maier gesprochen. Er ist technischer
Projektleiter des Translational Science Centers bei Merck und begleitet das
Projekt von der ersten Idee bis zur Inbetriebnahme.
Heute also Räume für Forschung Teil 2 im Inneren der Forschung.
Also, ja, mein Name ist Bernd Maier.
Ich bin der technische Projektleiter von dem Science Center und ich bin als
Projektleiter tatsächlich verantwortlich von der Entwicklung des Projektes aus
der allerersten Idee, Konzeptdarstellung, Entwurfsplanung.
Ausführungsplanung bis hin
jetzt im Augenblick in die Realisierung und nachher in die Betriebnahme.
Also letztendlich von der Wiege bis zur Bahre reicht meine Verantwortung und
letztendlich bin ich da in meiner Person tatsächlich für den Erfolg des Projektes
für Merck verantwortlich.
Das Translation Science Center ist ein Forschungsgebäude vom Unternehmensbereich
Healthcare. Wir haben hier am Standort ja drei Unternehmensbereiche,
Electronics, Healthcare und Life Science.
Und tatsächlich wird es zukünftig sogar 500 Mitarbeiter beherbergen,
die aber tatsächlich alle schon auf dem Standort sind.
Also wir ersetzen damit Gebäude, Altgebäude, die auf dem Standort sind,
die aber tatsächlich auch nicht mehr nachhaltig und wirtschaftlich saniert werden können.
Dass wir hier dieses Projekt entwickelt hatten, war 2018.
Es gibt langfristig einen Masterplan.
Da haben wir den Bedarf eigentlich schon 2012 erkannt, wo wir letztendlich den
Altbestand angeschaut haben und perspektivisch geschaut haben.
Zum einen, wann können wir den ersetzen, wann wollen wir den ersetzen?
Und was wir bei den Entwicklungen vom Masterplan oder eben auch von neuen Gebäuden
machen, ist ja nicht nur zu sagen, dass wir den Altbestand ersetzen,
sondern dass wir die Funktionen, die in diesem Forschungskontext zusammenarbeiten,
dass wir die auch zusammenführen.
Wir haben die Situation, dass hier auf dem Werksgelände.
Häufig die Situation ist, dass die häufig eng interagierenden Forschungseinheiten,
dass die auf dem Werksgelände komplett verstreut sind.
Und das Ziel ist, dass immer wieder mit den Gebäuden, dass wir natürlich hier
so eine Arrondierung vornehmen und diese Gruppen, die inhaltlich eng miteinander
zusammenarbeiten sollen, dass wir die auch räumlich zusammenführen.
Und genau das war auch der Gedanke von dem Thema Translational Science Center.
Das sind alles Funktionen letztendlich, die in einer bestimmten Phase der Forschung,
also in dem, das ist quasi die Übersetzung von Erkenntnissen,
die im Labor letztendlich entwickelt worden sind oder am Computermodell,
zum ersten Mal in einem lebenden Organismus eingesetzt werden.
Das ist diese Phase und all diese Funktionen, die um diese Phase herum,
diese Forschungsphase herum quasi wirken und forschen, die werden zukünftig
hier in dem Gebäude zusammengeführt sein.
Das Translational Science Center, kurz
TSC, ist eines der zentral neuen Forschungsgebäude von Merck in Darmstadt.
Es entsteht, wie schon erwähnt, für den Unternehmensbereich Healthcare und soll
mehr als 500 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zusammenbringen.
Der Begriff Translational beschreibt dabei eine besondere Phase der Forschung.
Erkenntnisse aus dem Labor oder aus Computermodellen werden weitergeführt,
überprüft und in Richtung klinische Anwendung übersetzt.
An dieser Schnittstelle setzt das Gebäude an. Es bündelt Forschungseinheiten,
die bisher über den Standort verteilt waren, und schafft dafür eine gemeinsame räumliche Struktur.
Geplant wurde das TSC von Hammes Krause Architekten.
Die Grundsteinlegung fand im Sommer 2022 statt, die Fertigstellung ist für 2026 vorgesehen.
Ganz unterschiedliche Bereiche kommen hier zusammen. In-vitro-Labore,
Tierhaltung, moderne Activity-Based-Arbeitslandschaften, ein Hörsaal,
ein Bistro und ein zentrales Atrium.
Dieses Atrium bringt Licht tief ins Gebäude, verbindet die Ebene miteinander
und wird zur sozialen Mitte.
Auch energetisch geht das Tier ist die neue Wege. Photovoltaik auf dem Dach
und in der Fassade, Geothermie und ein verändertes Energiekonzept sollen den
CO2-Fußabdruck und die Energiekosten deutlich senken.
Bevor wir gleich ins Gebäude gehen, stehen wir zunächst im Baustellencontainer vor den Plänen.
Grundrisse, Schnitte, Funktionsbereiche, Wegebeziehungen.
Bernd Maier zeigt mir, wie das Translational Science Center aufgebaut ist und
welche Idee hinter seiner inneren Organisation steckt.
Das Gebäude ist so strukturiert, dass wir im Erdgeschoss, wir haben so ein Campus-Konzept
hier entwickelt auf dem Standort,
wo wir quasi das Ziel haben, dass nicht nur die Gebäude auf dem Campus angeordnet
sind, sondern wir wollen auch die Gebäude, dass die interagieren.
Das bedeutet, wir wollen in jedem Gebäude eigentlich Attraktoren schaffen, die es,
zielführend machen, dass Leute von anderen Gebäuden, Forschungs- oder Bewohner
von anderen Gebäuden tatsächlich im Grund haben, auch in dieses Gebäude reinzugehen,
sich gegenseitig zu besuchen und natürlich damit auch in Kontakt zu kommen.
Weil wir merken, diese Interaktion, diese ungesteuerte Interaktion,
informelle Interaktion, die ist ein ganz, ganz wesentliches Thema,
wenn es um das Thema Innovation geht.
Also man hat ja das Thema gesteuerte Gespräche, Besprechungen etc.
Oder eben auch die prozessual im Forschungskontext letztendlich gesteuerten
Themen, aber einfach diese Themen, dass man in einer lockeren Umgebung interagiert,
sich austauscht, neue Ideen entwickelt,
das ist die Idee des Campus-Konzeptes.
Und das ist aber auch tatsächlich ein wesentliches Thema hier.
Ein wesentliches Thema bei der Entwicklung von dem Gesamtkonzept von dem Gebäude.
Also auch hier haben wir in den Gebäuden nachher, wir haben Labore,
wir haben Wissensarbeit, wir haben Tierhaltensfunktionen.
Und auch hier ist es nachher die Idee letztendlich, dass die Leute sich begegnen,
dass die ihren Arbeitsplatz selbst wählen.
Und das Thema Activity-Based Working ist hier als Grundkonzept vom Arbeitsplatzkonzept.
Dass jeder im Prinzip, also wir bieten hier eine Arbeitsplatzlandschaft an und
jeder Mitarbeiter ist in der Lage quasi aus dieser Landschaft, aus diesem Angebot,
die Themen rauszunehmen, die seiner Arbeit und seiner Arbeitsweise am besten
dienen, die rauszunehmen, sich dessen zu bedienen und das ist das Grundkonzept
letztendlich von dem Gebäude, von dem Arbeitsplatzkonzept.
Während Bernd Maier mir die Pläne erklärt, denke ich kurz an das Innovation
Center auf der anderen Seite des Immanuel-Merkplatzes.
Auch dort geht es um offene Strukturen, um Begegnung, Austausch und eine Arbeitswelt,
die Menschen aus unterschiedlichen Bereichen zusammenbringen soll.
Das von Henn Architekten entworfene Gebäude wurde 2018 fertiggestellt und bildet
so etwas wie das kommunikative Herz des Campus. aus.
Mit Café, Lounge, Auditorium, Bibliothek, Werkstätten und offenen Bürobereichen.
Also frage ich ihn, ob das Konzept des TSC ähnlich gedacht ist wie drüben im Innovation Center?
Das ist sehr ähnlich vom Arbeitsplatzkonzept, wobei wir.
Ein Innovation Center, ursprünglich gar nicht auf das Thema Activity-Based Working.
Man muss ja auch nochmal nicht alles, was offene arbeitsliche Konzepte sind,
ist Activity-Based Working.
Also Activity-Based Working, da ist ein ganz, ganz wichtiges Markmal,
dass es eben eine nicht zugewiesene Arbeitswelt ist.
Das bedeutet, die Mitarbeiter, die wählen sich, also man stellt quasi Arbeitsplätze
zur Verfügung, aber jeder wählt quasi selber den Arbeitsplatz, den er haben möchte.
Und in den früheren offenen Arbeitsplatzkonzepten, die wir, sage ich mal,
bisher durchaus am Standort auch
hatten, da hat trotzdem noch jeder seinen eigenen Schreibtisch gehabt.
Also da war so dieses personell zugeordnete Thema, das ist seit vielen Jahren
in offenen Arbeitsplatzkonzepten umgesetzt.
Aber es ist tatsächlich jetzt auch mit dem Thema, was wir merken,
dass immer mehr hybride Besprechungen da sind.
Auch das Thema Globalisierung, Internationalisierung. Die Kollegen arbeiten
schon seit vielen Jahren, aber mit internationalen Standorten zusammen.
Es gibt eigentlich fast keine Besprechung mehr, die nicht hybrid geführt wird.
Ob das jetzt quasi jemand ist, der aus den USA zugeschaltet wird oder aus China
oder aus dem Homeoffice.
Ich denke tatsächlich, diese letzten drei, vier Jahre, auch Corona hat uns,
glaube ich, da tatsächlich viel mehr nach vorne gebracht, als dass es an der
Stelle ein Rückschritt war.
Hat uns eigentlich gezeigt, dass diese Zuordnung von der Person zum Arbeitsplatz
überhaupt nicht relevant ist.
Wir haben hier, als wir diese Arbeitsplatzkonzepte entwickelt haben,
hatten wir auch so einen Leitfaden vom MyOffice, vom MyLabSpace zu einer gemeinsamen Arbeitswelt.
Ich denke, das ist das Motto, trägt es eigentlich.
Man hat eine gemeinsame Arbeitswelt, aber man hat keinen persönlichen Arbeitsplatz
mehr. Und das ist auch tatsächlich wichtig.
Mit dem Thema auch Digitalisierung etc. gar nicht notwendig,
weil wir sind hier eigentlich in fast allen Themen, die wir haben, sind wir paperless.
Das bedeutet, papierhafte Aufzeichnungen sind eigentlich nicht vorhanden oder
rücken immer mehr in den Hintergrund.
Es kann, egal wo, ob ich vom Homeoffice, von irgendeinem Schreibtisch in dem
Gebäude oder von einem anderen Gebäude hier bin, kann ich gleichermaßen aktiv werden.
Der Arbeitsort ist einfach tatsächlich nicht mehr wirklich relevant.
Bevor wir die Pläne im Baustellencontainer verlassen, wird noch einmal deutlich,
wie eng Bernd Maier in dieses Projekt eingebunden ist.
Er steht täglich im Austausch mit den Architektinnen und Architekten,
Fachplanenden, Objektüberwachung und internem Projektteam.
Beim TSC ging es früh darum, die Anforderungen sehr genau zu verstehen.
Forschung, Labore, Technik, Arbeitswelten, Kosten und Betrieb.
Deshalb wurde das Planungsteam nicht über einen klassischen offenen Wettbewerb gefunden,
sondern über Studien, Referenzen und die Frage, welches Büro den besonderen
Sprung leisten kann, neue Arbeitswelten in ein experimentelles Forschungsumfeld zu übertragen.
Für das TSC fiel die Wahl auf Hermes Kraus-Architekten. Und dann wird es Zeit, die Pläne zu verlassen.
Bernd Maier nimmt mich mit hinüber auf die Baustelle.
Helm auf, raus aus dem Container, hinein ins Gebäude.
So, dann müssen Sie jetzt den Helm aufziehen.
Wir gehen dann gleich mal durch das Erdgeschoss auf das Level 1 gehen.
Da kann man, ich würde mal sagen, die Gebäudestruktur am besten erkennen.
Genau, das ist das Atrium, was wir haben. Und das ist natürlich auch ein Thema
Kommunikation mit dem Atrium.
Weil was wir in den bestehenden Gebäuden, also ich war tatsächlich auch der
Projektleiter von dem Gebäude da drüben, von dem Gebäude und das ist jetzt hier
mein drittes Gebäude in diesem Feld.
Und was wir in den bestehenden Gebäuden tatsächlich immer vermisst haben,
ist diese Kommunikation über die Stockwerke hinweg. Man merkt doch, dass so eine...
Dass Stockwerke letztendlich eine Barriere darstellen. Und dass sich auf einem
Stockwerk die Funktionen und die Menschen gut mischen, aber dass es wohl doch
so eine Barriere oder dass es irgendeine Brücke benötigt, dass jemand das Stockwerk wechselt.
Und das haben wir hier mit dem Atom.
Also es war von uns von Anfang an letztendlich als ein wichtiges Thema adressiert,
dass wir eben da eine Öffnung über die Stockwerke hinweg wollten.
Und dann haben wir natürlich auch wieder das Kit, wie du wüsst,
in die Richtung Synergien, die ich vorher genannt habe.
Wir haben hier natürlich ein sehr großes Gebäude, 70 x 70 Meter Kantenlänge,
und dementsprechend haben wir relativ wenig Fassadenfläche zur Baumfläche.
Das bedeutet, wir haben tatsächlich auch die Notwendigkeit bei so großen Gebäuden,
dass wir Licht in die Mitte des Gebäudes reinbekommen.
Also diese beiden Funktionen, das erfüllt das Atrium.
Zum einen wirklich natürliches Tageslicht. Das ist uns ein Bedürfnis,
die Mitarbeiter nicht, dass sie nicht in einer künstlichen Umgebung sind,
sondern eben hier bestmöglich eigentlich mit natürlichem Licht versagt werden
und eben auch dieses Begegnungsstätte letztendlich.
Also um dieses Atrium herum, da sind auf jeder Etage dann eben auch noch Funktionen
wie Teeküchen oder eben auch Begegnungsräume geschaffen, dass eben,
sage ich mal, dieses Atrium so der soziale Mittelpunkt des Gebäudes ist.
Also nicht nur der geometrische Mittelpunkt, sondern auch der soziale Mittelpunkt.
Und je näher wir, die an die Fassaden kommen, umso mehr kommen wir in Rückzugsbereiche
oder in die Bereiche, wo nachher konzentrierte Einzelarbeit stattfinden wird.
Im Erdgeschoss wird das Konzept des Gebäudes sofort räumlich spürbar.
Bistro, Café, Hörsaal, Laborbereiche und das große Atrium greifen hier ineinander.
Die Mitte des Hauses öffnet sich nach oben, Licht fällt tief in den Baukörper,
Treppen verbinden die Ebenen und aus Erschließung wird Begegnungsraum.
Dann wechseln wir ins erste Obergeschoss. Hier zeigt sich noch deutlicher,
wie eng Laborarbeit und Wissensarbeit im TSC zusammengedacht werden.
Keine abgeschotterten Welten. Es ist ein räumliches Kontinuum aus Forschung,
Austausch, flexiblen Arbeitsplätzen und Rückzugsmöglichkeiten.
Und genau da wird ein Thema sehr wichtig. Akustik.
Also vielleicht das Thema Akustik kann man, glaube ich, ganz gut erklären.
Ich hatte ja vorher gesagt, dieses Atrium mit den umgebenden Bereichen ist so die soziale Mitte.
Und die darf auch laut sein. Es darf auch gelacht werden, es darf gescherzt
werden, es darf sich laut unterhalten werden.
Das ist auch in so einem Gebäude notwendig und muss seinen Platz haben.
Gleichzeitig haben wir die Anforderung, dass eben Leute auch konzentriert arbeiten müssen.
Dann haben wir das Akustikkonzept ist so, dass wir,
eben diese laute Mitte um das Atrium haben, mit einer Etage höher sieht man
tatsächlich nachher auch eine Teeküche, die ist hier, weil wir hier nochmal
ein zweites Atrium haben, auf dem Level musste die Teeküche ein bisschen gerückt werden,
aber ist natürlich die Notwendigkeit, dass man trotzdem diesen Schall letztendlich kontrolliert.
Wir sehen diese Wandbegleitung um das Atrium, das ist alles akustisch aktiviert,
um eben diesen Schallüberschlag von einer Etage zur anderen letztendlich dann doch gering zu halten.
Und gleichzeitig haben wir auch diese Lamellendecken, die wir hier in diesem
Bereich haben, auch die haben überall diese Schalldämmmatten,
um natürlich so eine Weiterleitung letztendlich über Reflexion in die Arbeitsbereiche
dahinter letztendlich zu minimieren.
Tatsächlich ist es so, dass die Labore, die ja quasi hier als Kreise angeordnet
sind, wirken wie ein akustischer Wellenbrecher.
Weil dahinter, wenn wir gleich nach hinten gehen, da sind nachher die Arbeitsplätze,
die Konzentrationsarbeitsplätze der Mitarbeiter.
Also wir haben hier diese laute, soziale Mitte des Gebäudes.
Dann kommen letztendlich die Labore, die eben die Experimentalflächen zur Verfügung stellen.
Und dahinter, an der Fassade, sind dann die Konzentrationsarbeitsplätze.
Es sind eine Vielzahl von unterschiedlichen...
Modulen, Besprechungsräumen, Thinktanks etc., die auch wieder.
Einem akustischen Konzept folgen, weil wir ja auch vermelden wollen,
wenn wir jetzt nachher, wir können gleich mal nach hinten an die Fassade gehen,
aber auch da wäre es problematisch, wenn wir entlang der Fassade Arbeitsplatz
an Arbeitsplatz an Arbeitsplatz hätten, weil dann natürlich eben auch wieder
das Thema, die würde in einem akustischen Zusammenhang sein.
Von daher ist da auch so eine Gliederung, dass wir eben, also auch das Thema
Arbeitsplatzkonzept folgt dem Thema, dass wir ja unterschiedliche Arbeitsorte
anbieten wollen, den, sag ich mal, den Schreibtisch, der in der offenen Fläche steht.
Es gibt aber eben auch Arbeitsplätze, die ein Schreibtisch, der in einem geschlossenen Raum steht.
Es gibt Thinktanks, also es gibt eine Vielzahl, es gibt auch Ruheräume, die angeboten werden.
Und der Mitarbeiter wählt letztendlich natürlich quasi das, was ihm für sein
Bedürfnis am besten dient.
Und gleichzeitig nutzen wir eben diese räumlichen Module, um eben auch die Akustik
in die Gebäude zu gliedern.
Dass wir eben nur eine beschränkte Anzahl von Arbeitsplätzen in einem akustischen
Zusammenhang haben und immer wieder so als akustischen Wellenbrecher letztendlich,
ein Modul dazwischen stellen können.
Wir gehen weiter. Vom Atrium nach hinten Richtung Fassade.
Dabei wird aus dem großen Raumkonzept Schritt für Schritt eine Arbeitswelt.
Vorbei an den Laborbereichen, die wie gläserne übereinander gestapelte Körper im Gebäude stehen.
Vorbei an akustisch wirksamen Wandbekleidungen, an abgedeckten Möbeln,
an Besprechungsräumen und kleinen Rückzugsorten.
Als wir durchgehen, ist noch vieles Baustelle. Staubschutz liegt auf den Möbeln,
Technik fehlt an manchen Stellen, Oberflächen warten auf ihren letzten Schliff.
Aber die spätere Nutzung lässt sich schon ablesen. Schreibtische,
hybride Besprechungsräume, Thinktanks für konzentriertes Arbeiten oder Kurzabstimmungen,
Sofas für informelle Gespräche.
So entsteht eine Arbeitslandschaft.
Und zwischen all dem wirken die eingebauten Module auch als akustische Puffer,
Fast wie kleine Wellenbrecher im Grundriss.
Das ist so die Idee von dem Arbeitsplatzkonzept. Und man sieht,
wenn man ein kleines bisschen weitergeht, sieht man, wie dann eben auch die
Labore an diese Arbeitswelt andocken.
Hier werden überall gerade noch Kabel verlegt, weil diese Module noch angeschlossen
werden. Da drin ist der Boden hier gerade auf.
Und in dieses Arbeitsplatzkonzept eingebettet sind eben die Labore.
Also ich kann jetzt, wenn ich hier quasi arbeite, ich habe die Wahl,
entweder in einen Think Tank zu gehen oder in den Besprechungsraum oder eben
direkt in ein Labor, um meine experimentelle Arbeit zu machen.
Also das ist so dieses Zusammenwirken von experimentellen Arbeitsorten und Wissensarbeitsorten, die wir haben.
Und ich glaube, das macht das Gebäude so besonders. Ich glaube,
dieses Konzept, wie wir es hier gerade umsetzen, diese Ausprägung.
Ja, das habe ich tatsächlich so doch nirgends gesehen, denke ich mal.
Da sind wir auch alle sehr stolz drauf.
Ich denke tatsächlich, dass wir hier einen Weg beschritten haben,
der für eben dieses Thema aktivitätsbezogenes Arbeiten in einer experimentellen
Umgebung, dass der schon wegweisend ist, würde ich sagen.
Wir sind natürlich im engen Austausch mit vielen Wettbewerbern,
ich würde es aber auch sagen, befreundeten Unternehmen. Also wir tauschen uns,
regelmäßig mit Kollegen von Roche, von Böhringer, Engelheim etc. aus.
Also sind da durchaus in einem offenen Austausch.
Und ich denke, wir sind da alle auf einem guten Niveau und wir sind hier stolz
drauf auf das, was wir hier leisten.
Von außen wird das TSC besonders durch seine Fassade geprägt.
Zu Frankfurter Straße hin zeigt sich der Baukörper mit einer tiefen,
rhythmisch gefalteten Hülle.
Die Elemente springen vor und zurück, bilden Schatten, Kanten,
Schuppen, fast wie ein technisches Gewebe, das sich über das Gebäude legt.
Vor allem an der Südfassade wird deutlich, wie stark Gestaltung,
Sonnenschutz und Energiegewinnung hier zusammenarbeiten.
Die auskragenden PV-Elemente verschatten im Sommer die Laborbereiche,
lassen im Winter das flachere Licht tiefer ins Gebäude und erzeugen zugleich Strom.
Die Hülle wird damit zu einem aktiven Teil des Energiekonzepts.
Für den Campus entsteht dadurch auch ein neues Gesicht zur Stadt.
Also wir sind auch mit der Fassade, das war durchaus ein spannendes Thema für
uns. Also so eine Fassade hat natürlich auch eine Komplexität,
ist uns auch bewusst natürlich, dass eben das Thema Reinigung durchaus nicht ganz einfach sein wird.
Aber jetzt, wenn man so hier im Gebäude ist, von außen ist die Fassade ja durchaus
auch sehr technisch, würde ich jetzt mal sagen.
Aber wenn ich im Gebäude bin, dann überhaupt nicht.
Also das ist wirklich auch, wenn bei Sonnenschein wäre, natürlich nochmal einen ganz anderen Eindruck.
Aber tatsächlich wirkt es gar nicht technisch. Wir haben aber auch an der Fassade
darauf geachtet, dass wir eben diese, das ist eine Hybrid-Fassade,
die hat eben diese Holzelemente.
Und dieses Holz ist eben nicht nur appliziert, sondern das ist wirklich auch
statisch dimensioniert. Also das trägt die Fassade.
Also von daher, auch da hatten wir eben schon geschaut, dass wir hatten ursprünglich
mal geprüft, ob tatsächlich auch eine Holzfassade machbar wäre.
Das hatten wir dann früh verworfen und sind eben auf diese hybride Ausführung
gekommen. Aber das war uns auch wichtig, eben hier ein Holz nochmal als natürliches
Material reinzubekommen.
Zum einen ein bisschen das Thema Nachhaltigkeitsgedanke, aber ich denke,
man sieht auch mit dem Thema Holz in der Fassade, das bringt nochmal eine ganz
andere Qualität für den Raum.
Und ich finde, wenn man nochmal vielleicht ganz kürzlich nach hinten geht,
wir haben ja in der Fassade, die ist manchmal kleingliedrig.
Manchmal haben wir eben so Flächen.
Die wie ein großes Schaufenster wirken.
Das sieht man sehr gut, wenn man auf diese, oder hier zum Beispiel.
Da ist das ein großer Schaufenster.
Und das war ganz witzig, wir sind ja auf der Höhe, wo wir hier diese Bäume haben.
Und da stehen jetzt tatsächlich fünf Meter entfernt von der Fassade diese Bäume.
Das ist im Sommer, da war das grandios. Das war wirklich, obwohl wir hier doch
ein sehr technisches, funktionales Gebäude sind. Und mit den Bäumen,
die hier steht, also über diese Glasfassade, also man stand hier wirklich im Grünen so ein bisschen.
Wir sind sehr glücklich damit, war aber für uns alle durchaus auch ein spannendes Thema.
Das war tatsächlich sehr bewusst. Also wir wollten auch nach offen Transparenz sein.
Wenn Sie mit dem Ballo sich unterhalten haben, da ging es natürlich um das Thema,
Öffnung von Merck, auch gegenüber der Umgebung.
Also wir wollen hier nicht wahrgenommen werden als der Nachbar,
der sich nicht in die Karten blicken lässt, sondern wir wollen ganz,
ganz bewusst, das gehört zu unserem Selbstverständnis, uns zu öffnen.
Das ist auch mit dem Gebäude verfolgt worden. Wir hatten auch dieses Auditorium,
hatten wir hier an die Frankfurter Straße mit Absicht platziert,
weil wir gesagt haben, wir begreifen uns als Wissenschafts- und Technologieunternehmen.
Und da ist einfach so ein Hörsaal, das dann nochmal sichtbares Abbild da.
Von daher haben wir den ganz bewusst an die Frankfurter Straße gerückt.
Also das Thema Offenheit, Transparenz ist nicht nur innerhalb von dem Gebäude
ein wichtiges Thema, sondern auch für den gesamten Standort.
An der Fassade wird Nachhaltigkeit sichtbar. Doch beim TSC reicht das Thema
deutlich tiefer als bis zur Gebäudehülle.
Das Translational Science Center gilt auf dem Merck Campus als erstes dekarbonisiertes Laborgebäude.
Regenerative Energieerzeugung, Geothermie, Photovoltaik und hocheffiziente Systemtechnik
sollen im Zusammenspiel dafür sorgen, dass Energiekosten und CO2-Fußabdruck
im Vergleich zu konventionellen Lösungen deutlich sinken.
Zum Abschluss unseres Rundgangs wollte ich deshalb von Bernd Maier wissen,
wie Merck Nachhaltigkeit bei diesem Gebäude genau versteht.
Also mal im Grundsatz das Thema Nachhaltigkeit, wir haben uns entschieden,
das Gebäude von der DGNB begleiten zu lassen, haben auch ein Ford-Zertifikat
in Gold erreicht, sind knapp unterhalb vom Platin-Status.
Also für mich ist dieses Thema DGNB eigentlich sehr hilfreich,
weil es auch eine gesamte Bandbreite von dem Thema Nachhaltigkeit hat.
Man hat ja, ansonsten ist man sehr schnell, dass man gewisse Effekte nachhaltig gestaltet,
was mich an der Methodik von der DINB oder eben auch von dem Thema Green Building
Certification eigentlich überzeugt,
dass es den gesamten Bau in der Summe letztendlich durchleuchtet.
Das ist so für uns quasi die Basis von dem Thema Nachhaltigkeit,
was aber, glaube ich, für den Standort nachher tatsächlich doch nochmal deutlich
wichtiger war, dass wir uns mit diesem Gebäude von.
Den Energiekonzepten, die am Standort bisher etabliert waren, gelöst haben.
Der Standort ist ein Standort, der seit über 120 Jahren hier letztendlich ist.
Tatsächlich im Augenblick sind etwa 96 Prozent unserer Energien,
die wir konsumieren hier auf dem Standort, werden fossil erzeugt, im Regelfall durch Gas.
Also wir haben das Thema, dass wir hier großes Kraftwerk haben,
wo wir in Kraft-Wärme-Kopplung, elektrischen Strom und Dampf erzeugen.
Dampf ist quasi ein Hauptmedium für Energieträger, für Wärmeträger,
der auf dem ganzen Standort letztendlich eingesetzt wird.
Dann haben wir noch eine ganze Reihe von kleineren Kraft-Wärme-Anlagen,
die Niedertemperaturwärme oder Strom erzeugen.
Aber letztendlich sind alle gasbetrieben und damit fossil.
Wir haben uns entschieden, hier das Thema elektrische Wärmepunkten zu setzen.
Wir haben ein Geothermiefeld unter dem Gebäude erschlossen, also es ist bodennahe.
Geothermie sind 144 Bohrungen, 140 Meter tief.
Und über Simulationen, die wir relativ früh im Entstehungsprozess des Gebäudes
durchgeführt haben, haben wir erkannt,
dass der Wärmebedarf, den wir im Winter haben, relativ gut in Übereinstimmung
ist mit dem Kältebedarf, den wir im Sommer haben. Und dieses Geothermiefeld.
Unterhalb von unserem Gebäude dient letztendlich als ein Reservoir,
als ein großer Langzeitspeicher.
Die Wärmepumpen, die erzeugen quasi im Winter.
Die Wärme für die Gebäudeheizung. Sie entnehmen aber dieser Wärme diesem Langzeitspeicher,
daraus wird dieser abgekühlt.
Und diese Kälteenergie, sage ich jetzt mal, das dann unter dem Gebäude letztendlich
sitzt, die wird im Sommer genutzt, um dann eben zu kühlen.
Also von daher ist es so ein, man nennt das ein geothermischer Langzeitspeicher.
Die Abwärme, die wir selber produzieren, die wird ein halbes Jahr gespeichert
und dann eben in der anderen Jahreshälfte dann wieder eingesetzt.
Das ist also eigentlich ein Thema von industrieller Abwärmenutzung.
Dieses Konzept haben wir, dadurch, dass wir auf das Thema elektrische Wärmepunktechnologien
gehen, spielt natürlich Elektrizität eine große Rolle.
Darum haben wir das ergänzt mit eben Photovoltaik. Wir haben auf dem Dach ein
großes Photovoltaikfeld und wir haben das auch nochmal sehr deutlich in die
Fassade dann aufgenommen, um,
einfach eben auch hier so ein bisschen das Zeichen nach außen zu geben,
dass wir eben auch das Thema Wärmewende,
dass es auch bemerkend gekommen ist.
Das sollte durchaus so eine gewisse Signalwirkung auch nach außen geben.
Nachhaltigkeit ergibt sich meistens aus der Nutzung von Synergien.
Wir haben schon in der Vergangenheit immer wieder geschaut, wie geht man letztendlich
mit dem Thema Solare und Sonnenschutz um.
Wir haben uns bei dem Gebäude relativ früh damit entschieden,
dass wir eben nicht mit Jalousien oder sowas mit einem mobilen Sonnenschutz
umgehen wollen, sondern einen stationären Sonnenschutz in der Fassade implementieren wollen.
Und dann haben wir ja das Thema, dass eine Fläche, die die Funktion hat,
die Sonneneinstrahlung im Hochsommer abzuhalten, dass die eigentlich ideal positioniert
ist, um eben diese Energie, die sie abhält,
aufzunehmen und den elektrischen Strom umzuwandeln.
Also das war diese Idee, die da während der Entwurfsplanungsphase auch von den
Architekten natürlich entwickelt worden ist, dass man gesagt hat,
wir nutzen das Konzept von einem stationären Sonnenschutz,
dann sind ja diese Flächen, die sind notwendig, schon aus einer anderen Funktion heraus.
Die Notwendigkeit von dem Bauteil wird nicht aus dem Thema PV generiert,
sondern tatsächlich aus diesem Sonnenschutz heraus.
Und wir nutzen dann einfach zusätzlich diese Flächen, die dann vorhanden sind,
um eben Strom zu generieren. Das ist die Idee dahinter.
Und ich glaube, das ist auch ein Thema mit Nachhaltigkeit, dass sich Nachhaltigkeit
eigentlich fast immer dadurch auszeichnet, dass man eben Synergien nutzt.
Also, dass man eben nicht Lösungen, individuelle Lösungen entwickelt,
sondern letztendlich, dass die Themen zusammenfinden, dass man erkennt, wo hat man Synergien.
Ich denke, das ist ein ganz, ganz wesentliches Element von Nachhaltigkeit.
Wenn ich an meine beiden Besuche bei Merck zurückdenke, bleibt mir vor allem
ein Gefühl hängen. Staunen.
Merck gehört in Darmstadt ganz selbstverständlich zur Stadt und ist gleichzeitig ein eigener Kosmos.
Ein Forschungs-, Chemie- und Industriestandort mitten im Stadtgefüge.
Mit allem, was dazugehört. Sicherheit, Technik, Logistik, Produktion.
Und trotzdem mit dem erkennbaren Anspruch, gute Arbeitsorte zu schaffen.
Räume für Begegnung zu öffnen und den Campus Schritt für Schritt weiterzuentwickeln.
Baldur Steimle hat mich nach unserem Gespräch noch durch das Innovation Center geführt.
Überreicht hat mich, wie ruhig diese offenen Arbeitslandschaften wirken.
Großzügig, lebendig, aber akustisch sehr kontrolliert.
Auch das Mitarbeiterrestaurant mit Bäckerei, Metzgerei und kleinen Einkaufsmöglichkeiten
erzählt viel darüber, wie umfassend Merck über Arbeitsalltag nachdenkt.
Beim Rundgang mit Bernd Maier durch das Translational Science Center war vieles noch Baustelle.
Helme, Staub, abgedeckte Möbel, provisorische Wege.
Und trotzdem konnte man schon erkennen, was hier entstehen soll.
Ein Forschungsgebäude, das Labor, Wissensarbeit, Begegnung, Rückzug und Technik
eng miteinander verbindet.
Wenn ich heute an der Frankfurter Straße vorbeifahre, schaue ich anders auf diesen Campus.
Ich sehe nicht nur Werkzahlen und Gebäude, sondern einen Ort,
der sich Schicht für Schicht verändert.
Mein herzlicher Dank geht an Baldur Steimle und Dr. Bernd Maier,
die sich so viel Zeit genommen haben, mir diesen besonderen Standort zu zeigen.
Und mein Tipp, wenn Merck Führungen anbietet oder sich für Veranstaltungen öffnet,
lohnt sich ein Blick auf die Webseite.
Man bekommt dort einen ziemlich eindrucksvollen Einblick in ein Stück Darmstädter
Stadt, Industrie und Forschungsgeschichte.
Das war der zweite Teil meiner Architektourist-Miniserie über Räume für Forschung bei Merck in Darmstadt.
Mehr über meinen Gesprächspartner Dr. Bernd Maier, über das Translational Science
Center, den Merck Campus und die Themen dieser Episode findest Du wie immer in den Shownotes.
Falls Du den ersten Teil der Miniserie noch nicht gehört hast,
darin spreche ich mit Baldur Steimle, Head of Architectural Design bei Merck,
über den Campus als Ganzes.
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Ich bin Alexandra Busch, danke,
dass du zugehört hast und bis zur nächsten Folge von Architektourist.
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